Zachäus, Beruf Oberzöllner:
„Jesus, ich werde sofort die Hälfte von meinem Barvermögen an Obdachlose und Sozialhilfeempfänger verteilen. Und wenn ich jemand in Steuerangelegenheiten betrogen habe, dann gebe ich es ihm in der vierfachen Höhe wieder.“


Die Volx-Bibel - Neues Testament
Frei übersetzt von Martin Dreyer

„Faschingszoll!“, rufen die Kinder und versperren die Strasse. Mal frech, mal schüchtern hoffen sie auf ein paar Cent oder Süßigkeiten. Im Prinzip ein harmloser Kinderspaß.

Wenn es um richtige Abgaben und Steuern geht, hört bei den Meisten der Spaß auf. Beim Steuerzahler und beim Fiskus. Das war zu Jesu Zeiten nicht anders. Die Römer verpachteten ihr Recht, Steuern und Zölle einzutreiben, an Einheimische, an Zöllner. Die baten das Volk zur Kasse, und zwar kräftig. Jeder versuchte, noch möglichst viel in die eigene Tasche zu wirtschaften. Widerspruch der so Geschröpften war meistens zwecklos. Ein Dozent für Steuerrecht sagte mir einmal: an der Steuerpolitik erkennt man die Ethik eines Staates.

Auch ein Oberzöllner namens Zachäus lebte gut von diesem System. Wie konnte es dazu kommen, dass dieser Mann von einem Tag zum anderen die Hälfte seines Vermögens an Arme verteilen wollte? Dass er den Betrogenen vierfachen Schadenersatz leisten wollte? Weshalb diese radikale Sinneswandlung? Ohne Staatsanwalt, ohne öffentlichen Druck.

Seine Sinneswandlung fing mit seiner Neugier an. Er wollte den Mann sehen, der Wasser in Wein verwandelte, der Lahme zu Läufern machte, der Menschen ohne Vorbehalt liebte. Kein Wunder, dass jeder diesen Mann sehen wollte. Die ganze Stadt war auf den Beinen. Doch diesmal kommt der kleinwüchsige Zachäus zu spät. Für ihn ist am Straßenrand kein Durch-kommen. Also klettert er wie ein kleiner Junge auf einen Baum und wartet. Und da geschieht das Unfassbare: Jesus kommt, aber er zieht nicht einfach an den Gaffern unten und dem Zaungast oben vorbei. Er bleibt genau vor diesem Baum stehen, schaut hinauf zu dem, auf den sonst alle nur verächtlich herabschauen und sagt: Zachäus, komm herunter! Ich will heute bei Dir Gast sein! Ich will mit dir essen.

Was muss das damals für ein Skandal gewesen sein! Jesus lädt sich selbst bei diesem Kollaborateur und Steuerbetrüger ein. Ausgerechnet bei dem! Für Zachäus wurde dieses Arbeitsessen zum Start in ein neues Leben. Er hat nicht die Steuerethik der Römer verändert. Aber seine Ethik orientierte sich jetzt an Gott. Die Liebe dieses Jesus war wie ein Funke auf ihn übergesprungen.

Übrigens: ein Kollege von Zachäus hat nach seiner Begegnung mit Jesus sogar seinen Job an den Nagel gehängt. Jahrelang war er danach mit Jesus unterwegs. Seine Erfahrungen können Sie nachlesen im Matthäus-Evangelium. Erstaunlich, wie schnell sich das Leben ändern kann, wenn man sich von Jesus ansprechen lässt. (hpn)

Eine Woche voller Neugier auf Jesus wünscht Ihnen die Nord-Ost-Gemeinde.