Gott, der Herr, ist die Sonne, die uns Licht und Leben gibt....
Die Bibel, Psalm 84, Vers 12a

Der Januar geht langsam zu Ende. Viele freuen sich darüber. Die Tage werden länger, die Sonne zeigt sich wieder häufiger. Die ersten Vögel üben schon mal „zwitschern für den Frühling“. Sonne ist eben Leben, weckt die Lebensgeister, bei Mensch und Tier.

Sonne ist Leben, stand über dem Eingang zu einem Sonnenstudie. Über einem Kirchenportal habe ich das – leider – noch nie gelesen. Dabei ist gerade das eine der besten Nachrichten aller Zeiten: Gott ist Licht, und wir sind eingeladen, in seinem Licht zu leben. Wir sind eingeladen, in seiner Licht- und Lebensfülle zu gedeihen. Wir sollen kein Schattendasein führen.

Gemeint ist damit nicht, dass wir permanent im Rampenlicht stehen sollen. Gottes Licht will die Seele hell machen und ihr Wärme geben. Gottes Licht will unser Herz erreichen. Im Sonnenstudio oder am Strand auf Mallorca kann man bestenfalls braun werden. Aber Bräune macht noch kein Leben. Lässt eher die Haut altern und führt im schlimmsten Fall zu Hautkrebs. Man kann braungebrannt und erholt aussehen – und dennoch innerlich leer, ausgebrannt. Die Seele kann frieren. Das Herz kann eiskalt werden.

Am Ende eines Gottesdienstes spricht der Pfarrer der Gemeinde den Segen Gottes zu: „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ Das ist keine religiöse Formel, sondern der Zuspruch Gottes: sein Angesicht will über mir, über meinem Leben leuchten. Unter Gottes Schutz und Segen soll sich mein Leben entfalten wie eine Pflanze in der Sonne. Gottes Gnade lässt will mich frei werden von Schuld und Sünde, gibt mir Raum zum atmen. Gottes Friede lässt mich tiefe Geborgenheit erfahren.

Manchmal denke ich, Gottes Angesicht strahlt förmlich vor Freude, wenn wir zu ihm kommen. Er freut sich, wenn ich mich ihm zuwende. Jesus lädt alle ein, im Lichte Gottes zu leben: „Ich bin das Licht für die Welt“, sagt er, „wer mir nachfolgt, irrt nicht mehr in der Dunkelheit umher, sondern folgt dem Licht, das ihn zum Leben führt.“ (Johannes-Evangelium, Kap. 8, Vers 12)

Auch wenn über der Kirchentür kein Slogan Sonne ist Leben zum reinkommen einlädt: miteinander beten, in der Predigt von Gottes Liebe hören, Gottes Segen zugesprochen bekommen – da wird die Kirchenbank zur Sonnenbank. (hpn)

Eine lichtdurchflutete, von Gott behütete und mit Frieden gesegnete Woche wünscht Ihnen die Nord-Ost-Gemeinde.