Weihnachten 2009

Und siehe, der Stern, den die Weisen aus dem Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und fanden das Kind mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an ...
Die Bibel, Matthäus-Evangelium, Kapitel 2, Verse 9 - 11

Ganz so einfach wie der Postbote in Bad Blankenburg hatten es die Sterndeuter damals in Bethlehem nicht. Kein Straßenschild, das auf Jesus hingewiesen hätte. Sie haben es dennoch gefunden, das Kind bei seiner Mutter. Nach einer sehr langen Reise, vermutlich aus Persien kommend, waren diese Weisen am Ziel ihrer Reise angelangt. Ein Stern hatte ihnen den Weg zum Messias gezeigt.

Wie lässt sich Jesus Christus heute finden? Ein Blick an den nächtlichen Sternenhimmel hilft dabei wenig, wenn überhaupt Sterne zu sehen sind. Noch weniger helfen Horoskope. Ganz im Gegenteil, sie führen in die Irre. Doch auch heute noch gibt es diesen „Stern“, der zu Jesus führt. Der Theologe und Kunstwissenschaftler Kurt Ihlenfeld (1901 – 1972) beschreibt seine persönliche „Stern-Erfahrung“ so:

Es war die Welt an Lichtern reich, wie Sterne anzusehn.
Und mancher lockte mich, sogleich in seiner Spur zu gehen.
Doch führte keiner mich dorthin, auch nicht mein eigner Stern,
wo ich bei ihm zuhause bin, bei meinem wahren Herrn.
Der schickte mir um Mitternacht, als ich am fernsten war,
den Stern, der mich nach Haus gebracht aus Angst und aus Gefahr.

Wenn ich diesem Stern, der zu Jesus Christus führt, einen Namen geben sollte, würde ich ihn „Glaube“ nennen. Martin Luther hat aufgefordert, diesem „Stern“ zu folgen: Glaube, sagt er, Christus sei dir geboren und seine Geburt sei dir zu gut geschehen. Es heißt nicht einfach es sei Christus geboren, sondern: euch, euch ist er geboren. Und es heißt nicht: ich verkündige eine Freude, sondern: ich verkündige euch eine große Freude. (Bibel, Lukas-Evangelium, Kap. 2, Verse 10 + 11).

Uns also gilt diese Sternstunde der Menschheit. Bei uns soll die Geburt Jesu große Freude auslösen. Freude darüber, dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der auf ihn vertraut, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat (Bibel, Johannes-Evangelium, Kap.3, Vers 16).

Der Stern bleibt nicht über dem weihnachtlichen Bethlehem stehen. Er wandert weiter, und wir dürfen ihm folgen.

Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und –schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her. (Jochen Klepper, 1938). (hpn)

Gesegnete, frohe Weihnachtstage wünscht Ihnen die Nord-Ost-Gemeinde.