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Gott hat Christus, der ohne jede Sünde war, mit all unserer Schuld beladen und verurteilt,
damit wir freigesprochen sind und Menschen werden, die Gott gefallen. |
Am 3. Advent habe ich mir eine „kleine Sünde“ gegönnt. Eine Mischung aus sonnengereiften Früchten mit feinem Heidelbeer- und cremigem Vanillearoma. Am liebsten hätte ich ja mal so „richtig gesündigt“: zur „kleinen Sünde“ noch ein Stück Käsesahnetorte. Und ein Schokoladen-Lebkuchenherz oder ein paar Mozartkugeln. Aber - wie hätte ich das wieder büßen müssen!
Advent und Weihnachten locken uns wieder mit einem Riesenangebot an Süßem zum „sündigen“ (wie der Volksmund sinnigerweise sagt!). Zwar hat der Begriff Sünde nichts mit einer Tasse Tee oder einem Stück Torte zu tun. Sünde bedeutet Zielverfehlung. Aber gerade beim „sündigen“ an der Kaffeetafel zeigt sich, was Sünde ausmacht: Ich tue etwas, von dem ich weiß, dass ich es nicht tun sollte. Aber der Wunsch, es dennoch zu tun, ist übermächtig.
Der Apostel Paulus kannte solche Zielverfehlungen in seinem Leben. Dabei hat er wohl kaum an Schokoladenkekse und Christstollen gedacht. Er hatte verstanden, dass „sündigen“ ein Grundmuster des Lebens ist. Wider besseres Wissen etwas tun, das dann später bereut wird. „Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht“, klagt er anderen Christen (Bibel, Brief an die Römer, Kap. 7, Vers 18)
Nun lassen sich zu viele Dominosteine und Pralinen mit etwas gutem Willen und reichlich Sport wieder loszuwerden. Doch die wirklichen, noch so kleinen Zielverfehlungen lassen sich leider nicht einfach wegtrainieren: das missbrauchtes Vertrauen des Arbeitskollegen, die bewusste Lüge gegenüber dem Mitarbeiter, den geklauten Lippenstift im Kaufhaus. Sünde braucht Vergebung. Sünde braucht den Einen, der allein herauslösen kann aus dem alten Lebensmuster. Der die Chance ist für einen Neustart.
Sollten Sie in der Adventszeit eine evangelische Kirche besuchen, dann schauen Sie sich doch einmal den Altar an. Das Antependium (das ist die „Altardecke“) ist in der Adventszeit lila oder violett. Lila ist die liturgische Farbe im Advent, in der Passionszeit vor Ostern, am Buß- und Bettag. Sie erinnert daran, dass die Adventszeit nicht nur eine Vorbereitungszeit auf das Christusfest ist, sondern im eigentlichen Sinne eine Bußzeit. Der Grund: An Weihnachten feiern wir das große Erlösungs-Angebot Gottes. An Weihnachten schickt Gott seinen Sohn Jesus, den Messias. An Weihnachten lädt Gott jeden Menschen zu einem Neustart mit ihm ein. An Weihnachten kommt derjenige zu uns, der alle Sünden auf sich genommen hat. Damit wir frei werden können von den Altlasten unseres Lebens.
„Gott sei Dank“,
kann ich da nur noch mit Paulus jubeln, und meinen Earl Grey mit ein
paar Butterplätzchen genießen. (hpn)
Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen die Nord-Ost-Gemeinde.
