
Herr,
Gott Zebaoth, tröste uns wieder; lass leuchten dein Antlitz, so
genesen wir.
(Psalm 80, Verse 4, Luther-Bibel)
Das ist so etwas wie eine göttliche Lichttherapie, nach der sich hier Menschen sehnen. Gleich dreimal bitten sie in ihrem Klagelied: allmächtiger Gott, tröste uns wieder. Lass dein Angesicht leuchten, dann werden wir wieder gesund. Dann werden wir wieder heil.
Schätzungsweise 2500 Jahre alt ist diese Bitte. Die Menschen damals erleben eine heillose Zeit. Ihre Zukunft sieht schwarz aus. Sie sind ohne jede Perspektive. Sie sehnen sich nach Licht am Ende des Tunnels. Sie sehnen sich nach Wärme, nach Hoffnung, die Gottes Gegenwart verbreitet. In ihrer verzweifelten Lage spitzt sich ihr Gebet zu in dieser Bitte: Unser Gott, tröste uns doch wieder; strahle uns wieder an wie jemand, der uns mag, der uns freundlich anschaut, dessen Augen leuchten voller Liebe und Zuneigung, der uns anlächelt. Verströme doch wieder Licht und Wärme.
Ich muss an Dietrich Bonhoeffer denken. In seinem Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen ....“ schreibt er - besser gesagt betet er - im Jahre 1944, in einer finsteren Zeit: „Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsere Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.“
Erstaunlich, wie viel Licht, wie viel Wärme, wie viel Geborgenheit eine kleine Kerze ausstrahlen kann. Auf unserem Adventskranz brennen jetzt schon zwei Kerzen. Das Adventslicht nimmt zu. Und an Heiligabend sollen schließlich viele Lichter am Weihnachtsbaum auf den hinweisen, der das Licht dieser Welt ist: Jesus Christus. Dessen Licht in jede Nacht hineinstrahlen kann und will. Wo er ist, in wessen Leben er eingeladen wird, da beginnt seine „Lichttherapie für die Seele.“ Tut gut. Macht hell. Bringt Leben. "Ich bin das Licht für die Welt“, sagt Jesus Christus. „Wer mir nachfolgt, irrt nicht mehr in der Dunkelheit umher, sondern folgt dem Licht, das ihn zum Leben führt." (Johannes-Evangelium, Kap. 8, Vers 12, Hoffnung für Alle)
Da wird dann der Trost erfahrbar, den Dietrich Bonhoeffer meint: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
Eine gesegnete Woche mit viel Licht und Wärme, Trost und Hoffnung wünscht Ihnen Ihre Nord-Ost Gemeinde