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Vorsichtig - bissiger Hund!

Wer sich in einen fremden Streit einmischt, handelt sich unnötig Ärger ein wie jemand, der einen vorbeilaufenden Hund bei den Ohren packt.


Die Bibel, Sprichwörter 26, Vers 9

Renzo ist ein lieber Hund. Wir kennen uns seit Jahren. Ich darf ihn sogar am Kopf streicheln. Er mag das.

Was für ein Verhältnis König Salomo zu Hunden hatte, ist nicht überliefert. Ich vermute, er hatte genau so viel Respekt vor ihnen wie ich. Salomo wusste offensichtlich, dass derjenige nicht ganz bei Trost sein kann, der einen fremden Hund an den Ohren packt (nicht einmal Renzo würde sich so etwas nicht von mir gefallen lassen!). Wer möchte schon freiwillig den Gebissabdruck eines Vierbeiners in seiner Hand sehen!

Salomo, von dem dieser Rat stammt, greift auf ein starkes Bild zurück. Er mahnt andere, er warnt sie sogar davor, sich nicht in Streitereien einzumischen, die sie nichts angehen. So etwas wäre mehr als dumm. Wer so etwas tut, der muss sich nicht wundern, selbst angegriffen zu werden.

Ich erinnere mich an zwei Mietparteien in unserem Haus (beide Mieter wohnen inzwischen nicht mehr hier). Unser Nachbar ärgerte sich über die Frau, die über ihm wohnte. Eines Tages klingelte er bei mir und versuchte, mich in seinen Streit hinein zu ziehen. Er machte Stimmung gegen diese Frau. Ich sollte ihm Recht geben und gegen diese Frau etwas unternehmen. Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dies nicht zu tun.

Natürlich gibt es auch Streitigkeiten, die mich sehr wohl etwas angehen. Auch wenn ich nicht unmittelbar betroffen bin: wenn es zum Beispiel um die Unterdrückung anderer geht. Wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihres Glaubens oder ethnischen Zugehörigkeit Unrecht erleiden müssen. Wenn Gewalt ausgeübt wird. Wenn Schwache sich nicht wehren können. Hier muss ich hinschauen. Hier muss ich den Mund aufmachen. Das war auch Salomo wichtig: „Wenn jemand deine Unterstützung braucht und du ihm helfen kannst, dann weigere dich nicht“ (Sprichwörter 3, 22).

Von König Salomo wird gesagt, dass er ein weiser Mann war. Ich denke, ich brauche immer wieder Weisheit um richtig entscheiden zu können, wo ich mich einmischen soll, ja einmischen muss. Und wo ich mich heraushalten soll. Hilfe dabei sind mir die Gebote Gottes: Gott will kein Unrecht, keine Unterdrückung, keine Gewalt. Er will Frieden zwischen Menschen. Die Frage ist also immer wieder: wo muss ich mich einmischen, damit weiterer Streit verhindert und Friede wachsen kann? Und wo muss ich mich ganz bewusst heraushalten, um Streit einzudämmen und das Feuer ausgehen zu lassen? Dazu hatte Salomo noch einen guten Gedanken: „Wie die Kohlen die Glut und das Holz das Feuer, so facht ein zänkischer Mann den Streit an.“ Aber: „Wenn kein Holz mehr da ist, so verlischt das Feuer, und wenn der Verleumder weg ist, so hört der Streit auf.“ (Sprüche 26, 21 + 20). (hpn)

Gottes Segen wünscht Ihnen die Nord-Ost-Gemeinde


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