Das Vaterunser: Geheiligt werde dein Name

Unser Vater im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Grundgebet aller Christen
Matthäus-Evangelium, Kap. 6, Verse 9 - 13

BMW-Chef Norbert Reithofer verkündete im vergangenen Jahr, auch „heilige Kühe“ schlachten zu wollen¹: den Ausstieg von BMW aus der Formel 1. BMW und Formel 1, das gehörte für viele Autofans zusammen wie für mich Spaghetti und Tomatensoße. Der BMW-Vorstand hatte etwas angetastet, was für viele undenkbar, unantastbar war. „Ist denen denn gar nichts heilig?“ fragte sich da manch eine/r.

Das hat allerdings nichts daran geändert, dass für echte Formel-1-Fans der Nürburgring und Silverstone immer noch „heiliger Boden“ sind. Ich kenne einen, der sein „heilig´s Blechle“ liebend gerne mal über diese Pisten heizen würde.

Wenn Menschen etwas heilig ist, dann ist es einfach unantastbar. Zumindest für andere. Der Sohnemann darf Papas kostbare Modellautos nur ehrfurchtsvoll anschauen, aber auf GAR KEINEN FALL mit dem kleinen knallroten Testarossa spielen. Höchstens 3 Sekunden in die Hand nehmen! Aber gaaanz vorsichtig!

Was ist heilig? Heilig, unantastbar ist nur Gott selbst. Heilig ist sein Wesen, ist sein ganzes Sein. Jesus sagt uns: wenn Ihr mit Gott redet, mit eurem Vater im Himmel, dann tastet auch den Namen dieses heiligen Gottes nicht an. Wenn ihr von ihm sprecht, dann bitte nur mit Ehrfurcht, mit Respekt. Wenn ihr mit ihm redet, dann um ihn zu achten und zu ehren. Nehmt seinen Namen nicht gedankenlos in den Mund.

Eigentlich was ganz normales. Wir wollen ja auch nicht, dass unser Name bei jedem beliebigen Anlass respektlos gerufen wird. Dass die Mutter beim Mittagessen voller Erschrecken unseren Namen ruft, weil ihr mal wieder ein Spritzer Tomantensoße auf der weißen Bluse gelandet ist: „Oh Erwin!“. Oder dass Papa Erwin das Knöllchen für sein falsches Parken quittiert mit dem Seufzer „Ach Ingridchen!“

Was ist mir heilig? Jedenfalls keine Kanonenrohre oder Strohsäcke, auch nicht dieses undefinierbare Bimbam. Heilig ist mir allein Gott. Heilig ist mir allein sein Name. Heilig ist mir seine Gegenwart. Ihm, dem heiligen Gott, will ich mit Ehrfurcht und Respekt begegnen.

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen die Nord-Ost-Gemeinde.
(hpn)

¹ Spiegel-Online 8/10, Spiegelgespräch „Ich werde heilige Kühe schlachten“ vom 22.2.2010


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