Unsere Wurzeln

Nord-Ost begann als Verein für Diakonie und Mission am 6.11.1887. Die Idee des Gründers, getrieben von der damals sichtbaren Not im Frankfurter Norden, war der Gleichklang von diakonischer und missionarischer Arbeit vor Ort. Seine Vision zur Vereinsgründung brachte Carl de Neufville (1849 – 1938) aus seiner beruflichen Zeit in den USA mit in seine Heimatstadt Frankfurt. Der Aufbau eines Werkes, das von „leidenschaftlich engagierten“ Freunden und Mitgliedern gemeinsam getragen wird, das etwas von der Liebe Jesu in das Umfeld ausstrahlt und das sich zunächst einmal um die „Schwachen und Verlorenen“ kümmert, wie er es nannte, war sein Lebensplan.

Mit einer Gruppe Gleichgesinnter gründete er den „Evangelischen Verein Nord-Ost“ und baute 1889 das Vereinshaus an der heutigen Wingertstraße im Frankfurter Norden für damals 1.000 Menschen. Bis heute ist der Evangelische Verein Nord-Ost Garant für die Unabhängigkeit des gesamten Werkes Nord-Ost, so wie es die Gründer vor über 120 Jahren in großer Weitsicht beabsichtigt haben.

Die Gründer haben auch vorausdenkend die Zusammenarbeit mit der Landeskirche gesucht. Zu diesem Zweck entstand 1930 die Personalkirchengemeinde Nord-Ost, deren Träger der Evangelische Verein Nord-Ost ist. Im Gegensatz zur üblichen Stadtteilgemeinde ist die Personalkirchengemeinde eine „Wahlgemeinde“ mit dem Einzugsgebiet für ganz Frankfurt. Die Gemeindemitglieder entscheiden sich durch ihren Gemeindewechsel nach Nord-Ost ganz bewusst für eine persönliche und verantwortliche Mitgliedschaft.

Die Mitgliedschaft in Nord-Ost ist nicht „unverbindlich“ oder „zufällig“, sondern bewusst gewählt. Diese Entscheidung erfordert auch eine Verpflichtung. Die Vision, die Carl de Neufville zur Gründung von Nord-Ost hatte, war das „leidenschaftliche Ehrenamt“ in der Gemeinde. Nord-Ost wird von vielen getragen: die Mitglieder finanzieren die angestellten Mitarbeiter, die gesamte Gemeindearbeit und die Unterhaltung der Gebäude in hohem Maße mit eigenen Mitteln. Dies schafft eine enge Gemeinschaft in einer zur Gründerzeit bereits visionären, modernen Gemeindeform. Seit der Gründung bis heute ist Nord-Ost vielen Menschen zu einer christlichen Heimat und Familie geworden – mit einem offenen Blick für die Bedürfnisse und Nöte der Menschen in ganz Frankfurt.